Auftaktveranstaltung

Kompetenz durch Vernetzung – Wirtschaft und Wissenschaft im Dialog

Zur Begrüßung der Tagungsteilnehmer unterstrichen sowohl der Oberbürgermeister der Stadt Oldenburg, Herr Prof. Dr. Gerd Schwandner, als auch die Vizepräsidentin für Forschung der Universität Oldenburg, Frau Prof. Dr. Katharina Al-Shamery, noch einmal die (nicht nur regional wirkende) Bedeutung des Verbundprojektes „IT-for-Green“ und des „Umwelttechnologie Netzwerks Oldenburg“ (UNO). In ihren Grußworten lobten beide insbesondere den interdisziplinären Ansatz und die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft.

Vortragende
Die Vortragenden der Auftaktveranstaltung (von links): Prof. Dr. Gerd Schwandner, Elke Haase, Prof. Dr.-Ing. Jorge Marx Gómez, Prof. Dr. Katharina Al-Shamery, Christian Manthey und Prof. Dr. Horst Junker

15:45 Uhr Umwelttechnologie Netzwerk Oldenburg und IT-for-Green

Prof. Dr.-Ing. Jorge Marx Gómez

Herr Prof. Dr.-Ing. Jorge Marx Gómez berichtete zunächst über den aktuellen Entwicklungsstand des Umwelttechnologie Netzwerks Oldenburg (UNO). UNO wird zukünftig die Kompetenzen und das Know-how aus verschiedenen Bereichen der Umwelttechnologie und der Betrieblichen Umweltinformatik bündeln und vorhandene Forschungs- und Umsetzungskompetenzen zusammenführen. Im Rahmen der Veranstaltung wurden die hierzu notwendigen ersten Weichenstellungen für die Netzwerkarbeit gemeinsam erörtert. Zu den Aufgaben und Zielen des Netzwerks sollen zukünftig insbesondere die Durchführung gemeinsamer Projekte, kooperative Ausbildungs- und Qualifizierungsansätze, die Erhöhung des Bekanntheitsgrades der Leistungen und des Know-hows von Unternehmen der Umweltbranche der Region und grundsätzlich die Beförderung einer engeren Zusammenarbeit zwischen Industrie und Wissenschaft gehören.
Im zweiten Teil seines Vortrages stellte Herr Marx Gómez wesentliche Zielsetzungen und Arbeitsschwerpunkte des Projekts IT-for-Green vor. Ziel ist es hier, eine Software zu entwickeln, die nicht nur als statisches Berichtstool genutzt wird, sondern für Unternehmen als Entscheidungs- und Steuerungsinstrument zur Verfügung steht und diese proaktiv unterstützen soll. Im Rahmen der anschließend geführten gemeinsamen Diskussion wurde noch einmal klar, dass der IT eine entscheidende Rolle in der nachhaltigen Unternehmensentwicklung zukommt – und zwar schon zu Beginn der Entwicklung von Produkten. End-of-Pipe-Lösungen zur bloßen Dokumentation von Umweltkennzahlen oder um Legal Compliance herzustellen, greifen auf jeden Fall zu kurz.

16:45 Uhr Oldenburger Netzwerke: Chancen für Ihr Unternehmen

Elke Haase, Geschäftsführerin piccoplant Mikrovermehrung GmbH

Frau Elke Haase betonte in Ihrem Vortrag den Nutzen von Netzwerken für Unternehmen. Ihre Erfahrungen belegen, dass die Netzwerkarbeit zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren der unternehmerischen Arbeit gehört – insbesondere in internationalen Handlungszusammenhängen. Fast immer ergeben sich Chancen auf Verbesserung vorhandener Innovationskompetenzen, eine Verbesserung der eigenen Wettbewerbssituation und nicht zuletzt auch die Möglichkeit gemeinsam mit anderen Netzwerkpartnern Projekte durchzuführen. Dabei hat sich in der Vergangenheit auch die Zusammenarbeit mit Universitäten sehr bewährt.

17:30 Uhr Anwendungsmöglichkeiten von IT-for-Green

Prof. Dr. Horst Junker & Christian Manthey (beide IMBC GmbH)

Prof. Dr. Horst Junker stellte noch einmal klar, dass mit Hilfe der IT strategisch relevante Umweltinformationen und Entscheidungsalgorithmen zur Verfügung gestellt werden könnten, um so zu einer besseren Einschätzung nachhaltig-umweltrelevanter unternehmerischer Entwicklungspfade beizutragen. Ebenso klar äußerte er auch, dass es auf diesem Weg zahlreiche Hürden zu überwinden gilt und die Umsetzung der mit IT-for-Green verfolgten Zielsetzungen durchaus anspruchsvoll ist. So schrieb er den IT-for-Green Projektmitarbeitern ins Stammbuch , dass die Ausrichtung an den betrieblichen Notwendigkeiten unbedingte Voraussetzung erfolgreicher Softwareentwicklungen ist und sich der Erfolg entsprechender Softwareprodukte an der späteren betrieblichen Verbreitung und Anwendung der Software messen muss.
Abschließend ging Christian Manthey in seinem Vortrag auf verschiedene Aspekte der Ökobilanzierung ein. Am Beispiel vorhandener Lebenszyklusphasen und ihrer jeweiligen Umweltauswirkungen erörterte er die Komplexität vorhandener Wirkungsabschätzungsmodelle und stellte klar, dass die detaillierte Erhebung von Energie- und Rohstoffdaten zwar eine notwendige Voraussetzung ökonomischer und ökologischer Optimierungen ist, die betriebliche „Anwendbarkeit“ entsprechend komplexer Modelle jedoch keinesfalls vernachlässigt werden dürfte.

18:00 Uhr World Café

IT-for-Green

Im Rahmen des World-Cafés wurden verschiedene Anwendungsmöglichkeiten - so genannte „User Stories“ - der IT-for-Green-Software diskutiert. Im Ergebnis zeigte die Diskussion, dass mögliche Anwendungsfälle noch nicht klar und eindeutig definiert sind. So wurden in erster Linie funktionale Aspekte der Software diskutiert. Zielfotos konkreter Anwendungsfälle oder nutzenstiftende Einsatzmöglichkeiten eines BUIS der nächsten Generation wurden von den anwesenden Unternehmen in erster Linie funktional interpretiert. Dabei wurde zunächst festgestellt, dass die Software sowohl Umweltleistungskennzahlen (KPIs) bereitzustellen hat, die sich direkt mit den Umweltwirkungen der Organisation befassen, als auch solche (Umwelt-) Zustandskennzahlen, die Informationen über die Organisationsumwelt darstellen.
Anschließend wurde noch einmal betont, dass die Umweltleistungsbewertung ein fortlaufender interner Managementprozess zur Auswahl, Erfassung und Auswertung von Daten und Informationen ist. Die Software muss daher sowohl (flexibel) neue Kennzahlenzusammenhänge der Anwender integrieren können (wenn bspw. ein Bezug zu Lärmemissionen aus bestimmten Überlegungen heraus plötzlich bedeutend erscheint), als auch ein bestehendes (State of the Art) Kennzahlensystem zur Verfügung stellen. Diese Zahlen sind dann sowohl Grundlage der innerbetrieblichen Steuerung und Kommunikation (Management, Beschäftigte), als auch der öffentlichen Kommunikation mit externen Stakeholdern. Dabei waren für die anwesenden Unternehmen Datenqualität und Datenschutz von entscheidender Bedeutung.
Neben solchen Daten und Informationen die ganz wesentlich bei unternehmerischen Produktions- oder Investitionsentscheidungen eine Rolle spielen, sollte nach Meinung eines Diskutanten auch das Customer Relationship Management (CRM) im Zuge der Programmierung eine Rolle spielen. Nur so können den Kunden des Unternehmens (umwelt ) optimale Angebote gemacht werden.

Umwelttechnologienetzwerk Oldenburg

Am UNO-Tisch wurde zunächst erörtert, welche Erwartungen die anwesenden Unternehmensvertreter an das Netzwerk haben. Tenor war, dass die potentiellen Teilnehmer des Netzwerkes ein gemeinsames Ziel verfolgen, denn nur so kann ein Netzwerk den Partnern einen Nutzen spenden. Das Netzwerk kann zudem nur dann dauerhaft bestehen, wenn es eine Institution oder einen Coach gibt, der die Organisation und Lenkung übernimmt. Zudem war man sich darin einig, Regeln für das Netzwerk zu schaffen, um den Netzwerkpartnern Sicherheit zu geben. Neben Schulungen und regelmäßigen Treffen waren die Diskutanten an einer gemeinsamen Projektarbeit interessiert. Ähnlich wie Einkaufsverbände, könnten dabei große Projekte realisiert werden. Abschließend stellte man fest, dass generell ein Interesse vorhanden ist, sich am Netzwerk zu beteiligen. Wichtig ist aber, dass es sich um ein kleineres lebendiges Netzwerk handelt, indem gemeinsam gearbeitet werden kann und vertrauensvoller Austausch stattfindet. Die Zeit, die hierfür benötigt wird, dürfe nicht „ausufern“.

International Corner

Die International Corner, die im Rahmen des Projekts „Environmental Information Systems Knowledge Exchange Project“ von Herrn Andreas Solsbach (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) und Herrn Prof. Dr. André Calitz (Nelson Mandela Metropolitan University, Südafrika) moderiert wurde , hat zu den auf der Projektseite präsentierten Ergebnissen geführt. Die lebhafte Diskussion zwischen universitären und unternehmerischen Gästen aus Deutschland, Kuba, Litauen und Südafrika mündete in dem gemeinsamen Wunsch, den begonnenen Dialog in Form von Projekten weiterzuführen.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 11. November 2011 um 13:13 Uhr  
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